Taschenausstellung

                Heimatverein Kloster Oesede e.V.

Heimatverein präsentiert Taschen aller Art.

 

Die Queen trägt sie zu fast jedem Anlass, Angela Merkel eher selten:

Handtaschen können Markenzeichen sein oder mobiles Krimskramslager.

Der Heimatverein Kloster Oesede hat sich des treuen Wegbegleiters

angenommen und zeigt in einer Ausstellung das ganze Spektrum - vom

hölzernen Koffer bis zum Operntäschchen aus Silberfäden. Es kann einen

schon in Erstaunen versetzen, was Handwerk und Industrie alles

entwickelt haben, damit Unverzichtbares wie Parfüm, Make-up und

Adressbüchlein von A nach B mitgenommen werden können. Formen,

Farben, Materialien - da geben sich Vielfalt und Vielzahl die Ehre.

Die Frauengruppe des Heimatvereins hat Erstaunliches

zusammengetragen: Echtes Krokoleder oder rustikale Modelle aus den

1960er- Jahren, die heute jedem Sicherheitsmann auf dem Flughafen die

Schweißperlen auf die Stirn treiben würden - alles ist ab Samstag in der

Klosterpforte zu bestaunen.

Einige Stücke besitzen eine persönliche Geschichte wie etwa jene, die

während der Nazi- Zeit von einer jüdischen Frau an ein junges Mädchen

verkauft worden war. „Die Jüdin bezahlte von dem Geld ihre Flucht, und

das Mädchen hätte für diese Hilfe schwer bestraft werden können", erzählt

Heinrich Herkenhoff, der Vorsitzende des Heimatvereins. Zusätzlich zu

den Taschen zeigt die Ausstellung Arzt- und Reisekoffer, Rucksäcke,

Schulranzen, Hebammentaschen und vieles andere mehr, womit

Nützliches und Tinnef transponiert werden konnte. Übrigens: Die

Deutsche Presseagentur meldete 2004, der durchschnittliche

Handtascheninhalt habe einen Wert von mehr als 800 Euro. Zu Anfang

des 20. Jahrhunderts reichten da noch ein Spitzentaschentuch, eine

kleine Flasche „4711", Kamm und Rosenkranz.

 

Auszug aus der Tageszeitung „ON“