Das tapfere Schneiderlein

                Heimatverein Kloster Oesede e.V.

Die etwas andere Vorleseaktion

Märchenstunde mit echtem Schneiderlein in der Klosterpforte

 

Die Märchenstunde für die kleinen Zuhörer des Marienkindergartens in Kloster Oesede fiel ein wenig anders aus als gewohnt: Beim Vorlesen in der Klosterpforte wurden Maria Schröder und Gertrud Sielschott vom echten Schneidermeister Heinz Hußmann unterstützt.

Schneiderbüste, Bügelbrett und ein richtiger Schneidermeister auf dem Tisch sitzend, das gefiel den Kindern, die zur Märchenstunde in die Klosterpforte gekommen waren. Zum dritten Mal nach Frau Holle und dem Froschkönig hatte eine Gruppe des Heimatvereins eine Vorleseaktion für Kindergartenkinder und Grundschüler vorbereitet.

Gertrud Sielschott war es gelungen, den in Kloster Oesede ansässigen Meister Hußmann zu gewinnen. „Er hat sein Handwerkszeug mitgebracht und kann den Kindern plastisch vorführen, wo von im Märchen die Rede ist", erklärte sie. Hußmann, seit einigen Jahren Pensionär, war lange Jahre als Schneider bei den Osnabrücker Bühnen für die Ausstattung der Darsteller verantwortlich gewesen.

„Es ist mir eine Freude, den kleinen Zuhörern die Arbeit in einer Schneiderwerkstatt zeigen zu können", sagte Hußmann vor Beginn. Synchron zur Vorleserin Maria Schröder zeigte er das große Bügeleisen und Stoffballen und ahmte die Stationen des Märchens nach. Er öffnete das Glas mit dem Pflaumenmus und schlug wie wild auf die Fliegen ein, die sich dem süßen Inhalt nähern wollten. Gespannt und interessiert folgten die Kinder

dem Märchenstoff und den Ausführungen des Schneidermeisters.

Unter ihrem Gelächter band er sich alsdann den Gürtel um, auf dem der berühmte Spruch „7 auf einen Streich" zu lesen war, und machte sich auf in die weite Welt. Um ihm zu folgen, mussten die Zuhörer aufstehen und in den zweiten Stock wandern, wo Gertrud Sielschott den Faden des Märchens wieder aufnahm. Auch hier war nicht nur bloßes Lesen angesagt, sondern die Gelegenheit vorhanden, die Geschichte mithilfe von Diaprojektionen optisch verfolgen zu können.